Samstag, Mai 24, 2008

Oh Freude

Nachdem man mich mittlerweile verdächtigt, mit voller Absicht nur Menschen zu fotografieren, die nicht lachen, glücklich sind und das Leben in vollen Zügen genießen...

komisch, die sehen wieder alle unglücklich aus. auch die kirmesleute gucken nicht begeistert. hast du ein händchen für sowas? ist die auswahl komisch? gut, dass hier niemand überpsychologisiert... ;)

...ein paar kurze Worte dazu:

Natürlich bin ich immer subjektiv-selektiv in dem was ich fotografiere, das lässt sich ja gar nicht vermeiden. Allerdings geht es ja auch immer darum, die Stimmung einigermaßen richtig wiederzugeben und wenn nicht gelacht wird, dann ist das halt nicht so. Bei den Leichtathleten beispielsweise brach eine Läuferin neben mir zusammen und hat fast losgeheult, weil sie dem Druck ihres Trainers nicht standhalten konnte, der sie mit kaputtem Fuß hat antreten lassen. Aber Leichathleten sind ja wie gesagt auch seltsam. Überhaupt ist es erstaunlich, bei wie wenig Gelegenheiten Menschen sich wirklich zu freuen scheinen.

Bei dem ganzen Zeitungskrams, den ich hier neben privaten Sachen rein stelle bin ich von Redaktionsseite aus bei vielen Nichtsportangelegenheiten oft angehalten, alles möglichst lächelnd, grinsend und positiv zu fotografieren, weil das hier nur eine kleine Stadt ist und man niemandem wirklich auf die Füße treten will. Vieles was ich hier zeige ist dann auch nicht unbedingt das, was hinterher gedruckt wird, aber es ist näher an der Wahrheit als ein Bild, bei dem ich vorher Leute anquatsche und ihnen erzähle, dass sie nun mal die Zähne blitzen lassen sollen.

Zu meiner Rehabilitation nun Bilder von Menschen, die sich freuen. Das sollte dann aber auch wirklich für die nächste Zeit reichen.

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Jetzt so leicht

Neulich hatte ich meinen ersten Kurzbesuch bei einem klitzeklitzekleinen Leichtathletikmeeting in unserer Stadt. Ich freue mich mittlerweile eigentlich immer auf neue Sachen, auch wenn es da nicht wirklich viel neues zu fotografieren gibt. Hier muss dann eine gute Kopie von vorhandenem auch reichen. Leichtathletik selbst ist und bleibt seltsam.

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Ein wenig mulmig wurde mir, als die ersten Kugelstoßkugeln nur einen oder zwei Meter neben mir einschlugen. Da kamen mir sofort wieder die Bilder dieses Weitspringers in den Sinn, der vor einem Jahr von einem Speer erwischt wurde. Ein paar Tage später dann las ich von einem Pressefotografen, der ebenfalls ein Speer abbekommen hatte und sich danach noch selbst fotografierte. Was bin ich froh, dass ich gehen musste, bevor die Speerwerfer ihr Unwesen trieben. Heieiei.

Noch ein paar Fotos:

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Freitag, Mai 23, 2008

Alles albern

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Der Mann am NASA-Space-Flight-Simulator lehnte an einem Pfosten und rauchte. Ich war mir ziemlich sicher, dass man bei der NASA nicht rauchen dürfte, wenn man neben einen Space-Flight-Simulator an einem Pfosten lehnt, aber das schien den Mann nicht weiter zu kümmern. Ebenso wenig schien er sich dafür zu interessieren, dass auf den kleinen Röhrenmonitoren, die Einblicke in das Innere der in großen Lettern angepriesenen Simulation/Attraktion bieten sollten, keineswegs ein Weltraumflug zu sehen war, sondern eine Art Schienenfahrzeug, dass durch pixelige Stollen stürzte und dabei eine Grafik offenbar werden ließ, die ich seit meinem ersten, von eigenem Geld erstandenen, Pentium 120 nicht mehr gesehen hatte. Kirmes war ein einziger Anachronismus.

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Wie die Mücken, die sich zu Dutzenden um die Beleuchtung des vermeintlichen Raumgefährts versammelten, kamen auch jedes Jahr wieder die Menschen auf das Kirmesgelände, die man sonst nirgends in diesen Mengen und Extremen zu Gesicht bekommen konnte. Ich glaubte, diese Stadt zu kennen und dennoch haute es mich immer wieder um, während ich mit der Masse ging. Kirmes war eine einzige Freakshow.

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Wir lachten über die vierzehnjährigen Mädchen, die sich auftakelten, als wollten sie zum Bewerbungsgespräch bei einem Luden. Wir lachten über die achtzehnjährigen Mädchen, bei denen man sich nicht sicher sein konnte, ob sie schon lange einen Luden hatten. Wir lachten über die vierzehnjährigen Jungen, die ihre Haare zum Vokuhila geschnitten trugen, die in den Nacken herabhängenden Strähnen entweder blond oder rot gefärbt hatten und in kleinen, gleichfrisierten Rudeln umherliefen. Wir lachten über die achtzehnjährigen Jungen, die hinter dem Autoskooter eine Schlägerei anfingen. Wir lachten über Hausfrauen in Trainingshose und Schlabbershirt, wir lachten über Männer mit Schnäuzern und schlecht gestochenen Tätowierungen. Kirmes war ein einziger Zoo.

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Wir blieben bei den Losverkäufern stehen, weil sie ihre Sprüche so aufsagten, dass ihre leiernden Stimmen klangen, als habe man sie vor langer Zeit auf Tonband aufgezeichnet und danach einige Male zu oft abgespielt. Wir blieben bei der Kindereisenbahn stehen, die zu dieser Zeit nicht mehr besucht wurde und betrachteten den Mann, der auf der einer roten Miniaturdampflok saß und finster in die Welt blickte, als sei er sein eigenes Fahndungsfoto. Wir blieben bei dem Stand stehen, an dem man Gummifrösche auf einer Wippe mit einem Hammer in Metallseerosenblüten schlagen muss und wünschten uns, einer der Frösche würde das Froschsortierpärchen im Inneren des kreisrunden Standes treffen, oder doch wenigstens nassspritzen. Kirmes war ein einziger Zirkus.

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Wir setzten uns und sahen in die Menge. Irgendwann formulierte ich die Theorie, nach der sich Menschen meist einen Partner aussuchen, der ihnen möglichst ähnlich sieht und wir fanden in der Menge mehr und mehr Beispiele für diesen optischen Inzest und verglichen Augen und Nasen und Münder und Körper und Kleidung und Gangarten im Sekundentakt. Und während wir so in die Gesichter der Menschen sahen, fiel uns auf, dass man bei niemandem sagen konnte, ob er Spaß hatte, bei seinem Gang über die Kirmes. Niemand schien wirklich glücklich. Warum waren die vielen Menschen hier? Kirmes war ein einziges Sozialexperiment.

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Während wir saßen, beobachtete ich einen jungen Mann, der ein Blech wienerte, auf dem vor kurzem noch Süßkram gelegen haben musste. Und er wienerte lang und ausgiebig und gründlich und mir gefiel das sehr und mir kam der Gedanke, ob es so gut sei, sich ständig über alles und jeden lustig zu machen und ob man es nicht auf den Versuch ankommen lassen müsste, die Dinge für das zu mögen, was sie sind. Dann kam das Feuerwerk. Kirmes war vorbei.

Samstag, Mai 17, 2008

Mit eiserner Hand

Vorhin hatte ich einen Termin in so einer Art Hundeschule. Fazit: Hunde = super, Hundeführer = seltsam (manchmal, immer wieder)! Memo an selbst: Es mal mit der Farbverdreherei nicht übertreiben, wird sonst auch langweilig.

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Einsparungen nach unten

Vorhin hatte ich kurz einen Konzerttermin. Junge Band, wenig Zuschauer, nicht unbedingt so gut, aber auch nicht unbedingt so meine Richtung. Bin außerdem nach fünf Minuten raus, da noch etwas vor und außerdem saß es sich vor der Bühne recht unbequem und ich konnte den Drummer nicht sehen, weil der in einer seltsamen Nische drummte. Dennoch: Ich würd gern mehr Konzerte fotografieren. Wer also eine Band hat kann sich melden.

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Donnerstag, Mai 15, 2008

Schlam(m)assel

Kaum ist der Regen weg, sind die Asseln da. Na wunderbar.400assel1 400assel2