Dienstag, Juli 08, 2008

Und täglich grüßt das Rattentier

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Gestern saß sie auf dem auf dem Gitter des Lichtschachts und blinzelte mich an. Heute morgen wurde ich von seltsamen Geräuschen geweckt und blickte auf das spitze Näschen, das in mein Zimmer hineinragte, während der Nasenbesitzer auf der Oberkante des geöffneten Fensters entlangbalancierte und mich beim schlafen beobachtete.

Soeben dann der bislang größte Stunt meines kleinen graubraunen Freundes: Ich höre krachende Geräusche, blicke zum Fenster auf, die Ratte bricht durch das Unterholz, springt in den Raum, landet auf der Oberkante des geöffneten Fensters, rennt dort entlang, springt über den Spalt zum zweiten Fenster, rennt dort weiter, springt wieder nach draußen und verschwindet in den Büschen. Sensationell.

Bislang habe ich sie noch immer vertreiben können, indem ich mit ausgestreckten Händen auf sie losging und dabei laute Sachen rief, was mich insgesamt ein wenig an Harry-Potter-Filme erinnerte. Ich hab ja nix gegen die Ratte selbst, aber sie sollte mich schon ungestört Lüften lassen, sonst entwickelt sich da so langsam eine Nachbarschaftsfehde.

Kommentare:

Maria hat gesagt…

Hmm...das klingt nach einer üblen Gegend, in der ihr (du und die Spitznase) da wohnt. Möglicherweise musst du ihr bald einen Namen geben, spätestens dann, wenn sie mit am Tisch sitzt :)

Judith hat gesagt…

Das Schlimme ist wohl, dass man es diesem zierlichen Tier im Gegensatz zu den großen Stadtratten vermutlich wenig übel nehmen kann, bzw., dass man einen kleinen, putzigen Nager nicht so leicht verurteilen und zum Staatsfeind erklären kann...
oder?

Nils hat gesagt…

maria,
das gegenteil ist der fall. hier ist die welt noch in ordnung, denn die ratte lebt scheinbar nicht in irgendwelchen kanälen, sondern, so denke ich, in einem stapel kaminholz in fensternähe. das mit dem namen wäre sicher nicht gut, denn mittlerweile hat der nachbar sie auch gesehen und das ordnungsamt verständigt, auch wenn er zugeben musste, noch nie eine so schöne ratte gesehen zu haben. und der gute herr ist schon im letzten lebensdrittel angelangt...

judith,
da hast du recht. es handelt sich, das habe ich zwischenzeitlich recherchiert, um eine braune wanderratte, nicht um eines dieser grauschwarzen untiere. und so einem lieben tier kann ich gar nicht böse sein.