Freitag, März 16, 2007
Mittwoch, März 14, 2007
Pimp my Pocket!
Mehr Mädels mit großen Taschen!
Aber Vorsicht!
(So, auch mal Werbung für Großkonzerne gemacht. Aber wenn die Wölfe schöne Melodien heulen, heult man halt mit...)
Aber Vorsicht!
von
Nils
um
20:10
0
Kommentare
Futur II
"in dieses brillenfoto könnten sie bei gelegenheit mal ein paar falten ins gesicht photoshoppen. dann können sie uns demnächst herrn rupert mit achtzig präsentieren. ich bin jetzt schon gespannt."
Meinte Sie.
Nun. Bitte sehr:
So sieht also mein Zukunfts-Ich aus. Besser, ich fange jetzt schon einmal an, Mutters Faltencreme großflächig aufzutragen. Auf das alles so babypopoesk bleibt, wie es ist. Ich bin schon froh, wenn die Haare nicht ausgehen sondern nur ergrauen.
Was ich da wohl so mache, mit geschätzten 89 Lenzen? Hm. Urlaub auf dem Mond? Spazierfahrten in meinem Raketenrollstuhl? Vermutlich sitze ich aber die ganze Zeit in Unterhose vor irgendwelchen Monitoren, wenn ich nicht grad auf dem Küchentisch hocke um mit wirren Anekdoten meine Enkel zu langweilen.
"Ach lass, es ist nur Opa."
Nun. Bitte sehr:
So sieht also mein Zukunfts-Ich aus. Besser, ich fange jetzt schon einmal an, Mutters Faltencreme großflächig aufzutragen. Auf das alles so babypopoesk bleibt, wie es ist. Ich bin schon froh, wenn die Haare nicht ausgehen sondern nur ergrauen.
Was ich da wohl so mache, mit geschätzten 89 Lenzen? Hm. Urlaub auf dem Mond? Spazierfahrten in meinem Raketenrollstuhl? Vermutlich sitze ich aber die ganze Zeit in Unterhose vor irgendwelchen Monitoren, wenn ich nicht grad auf dem Küchentisch hocke um mit wirren Anekdoten meine Enkel zu langweilen.
"Ach lass, es ist nur Opa."
von
Nils
um
05:38
Montag, März 12, 2007
Der talentierte Mr. Rupert
von
Nils
um
16:02
10
Kommentare
Sonntag, März 11, 2007
Freitag, März 09, 2007
Geil Gut ins Wochenende
Sie sollen auch einmal belohnt werden, all die netten Menschen, die in den letzten Tagen über die folgenden Suchbegriffe bei Google hergefunden haben:
im stehen ficken
mädchen in der damentoilette
toiletten damen fotografieren
lundgren dolph schwanz
flugbegleiterin ficken
großvater unterhose mund
zähne hure nrw
cameron diaz nackt gratis
alle stars nackt,fratze
die 3 nackten mädchen aus sulzbach an der murr
charlize theron nackt
frauen pinkelrinnen bilder
fotos wie justin timberlake und cameron diaz ficken
verfick in frauen
huren belsenplatz
mein haltbarkeitsdatum läuft bald ab robbie williams
Ab sofort kann ich endlich Premium-Content anbieten, der auch diese schwer zu befriedigende Zielgruppe glücklich macht. Bitte sehr:
von
Nils
um
16:15
2
Kommentare
Was die Nacht mit mir macht
Ich kann nicht schlafen. Also ja, schon, technisch gesehen ist das möglich. Aber ich kann nicht so schlafen, dass der Schlaf das tut, was er soll, also den Körper entspannen, den Kopf aufräumen und überhaupt für Ordnung sorgen. Das tut er nicht. Im Gegenteil.
Wann immer Hypnos meine Augenlider berührt und sie langsam zufallen, wird es hinter ihnen schwarz. Ich träume nicht. Nun, vermutlich träume ich schon, nur kann ich mich meist nicht daran erinnern. Am Morgen, wenn ich aufwache ist alles fort. Graue, verschwommene Nacht. Nur mein Mund ist trocken und die Zunge zerbissen, so dass ich warten muss, bis ich so etwas wie Fruchtsäfte oder ähnlich Säurehaltiges zu mir nehmen kann, weil es sich sonst anfühlt, als würde ich einen Molotowcocktail trinken.
Aber meist kann ich auch gar nichts essen, weil es erst einmal eine knappe Stunde dauert, bis ich mich einigermaßen in der Lage fühle, irgendetwas zu tun. Ich glaube, dass ich nicht richtig Luft bekomme, in der Nacht, denn morgens brummt und rumort es so, wie es das sonst eigentlich nie tut. Genauso gut könnte ich meinen Kopf für die erste Stunde nach dem Erwachen für Crashtests zur Verfügung stellen, es würde keinen Unterschied machen.
Eigentlich bin ich froh, dass ich mich selten an Träume erinnern kann, denn wenn ich mich einmal erinnere, ist es nur blöder Unfug, oder schlimme Dinge. In der letzten Nacht erst waren es Menschen, die aus Gräbern entstiegen um mich zu verfolgen. Sehr symbolisch, wenn man bedenkt, dass es diese Menschen wirklich gibt, oder besser gab, in meinem Leben. Und dann war da noch ein Messerkiller, dem ich gerade noch einmal entkam, indem ich über einen Zaun hechtete.
Mein größter Erzfeind ist jedoch ein großer schwarzer Wolf, der mich seit Kindertagen durch meine Träume hetzt, aber nie bekommt. Er taucht in den einfachsten Situationen, den schönsten Träumen auf, blickt mich an und dann jagt er mich, bis ich schweißgebadet aufwache, weil mein Herzschlag Gefahr an das Gehirn signalisiert. Ich entkomme meist, indem ich fliege, also sehr langsam in die Luft steige. Das kann ich, seit wir das mit der Grundschulklasse gelernt haben, auf dem Feld hinter der Schule, wo wir als Kinder Schlitten gefahren sind. Ich war sechs oder sieben Jahre alt. Der einzige Traum, an den ich mich für immer erinnern werde, weil er mir das Leben gerettet hat, in den zahllosen Nächten darauf.
Wann immer Hypnos meine Augenlider berührt und sie langsam zufallen, wird es hinter ihnen schwarz. Ich träume nicht. Nun, vermutlich träume ich schon, nur kann ich mich meist nicht daran erinnern. Am Morgen, wenn ich aufwache ist alles fort. Graue, verschwommene Nacht. Nur mein Mund ist trocken und die Zunge zerbissen, so dass ich warten muss, bis ich so etwas wie Fruchtsäfte oder ähnlich Säurehaltiges zu mir nehmen kann, weil es sich sonst anfühlt, als würde ich einen Molotowcocktail trinken.
Aber meist kann ich auch gar nichts essen, weil es erst einmal eine knappe Stunde dauert, bis ich mich einigermaßen in der Lage fühle, irgendetwas zu tun. Ich glaube, dass ich nicht richtig Luft bekomme, in der Nacht, denn morgens brummt und rumort es so, wie es das sonst eigentlich nie tut. Genauso gut könnte ich meinen Kopf für die erste Stunde nach dem Erwachen für Crashtests zur Verfügung stellen, es würde keinen Unterschied machen.
Eigentlich bin ich froh, dass ich mich selten an Träume erinnern kann, denn wenn ich mich einmal erinnere, ist es nur blöder Unfug, oder schlimme Dinge. In der letzten Nacht erst waren es Menschen, die aus Gräbern entstiegen um mich zu verfolgen. Sehr symbolisch, wenn man bedenkt, dass es diese Menschen wirklich gibt, oder besser gab, in meinem Leben. Und dann war da noch ein Messerkiller, dem ich gerade noch einmal entkam, indem ich über einen Zaun hechtete.
Mein größter Erzfeind ist jedoch ein großer schwarzer Wolf, der mich seit Kindertagen durch meine Träume hetzt, aber nie bekommt. Er taucht in den einfachsten Situationen, den schönsten Träumen auf, blickt mich an und dann jagt er mich, bis ich schweißgebadet aufwache, weil mein Herzschlag Gefahr an das Gehirn signalisiert. Ich entkomme meist, indem ich fliege, also sehr langsam in die Luft steige. Das kann ich, seit wir das mit der Grundschulklasse gelernt haben, auf dem Feld hinter der Schule, wo wir als Kinder Schlitten gefahren sind. Ich war sechs oder sieben Jahre alt. Der einzige Traum, an den ich mich für immer erinnern werde, weil er mir das Leben gerettet hat, in den zahllosen Nächten darauf.
Duke Special - Last Night I Nearly Died
von
Nils
um
04:21
5
Kommentare
Dienstag, März 06, 2007
Good Morning, Captain
Ei. Heut wird ein Einstieg schwer. Versuchen wir, das mal nachzuvollziehen, wie ich mir das so gedacht habe. Also, aufgepasst.
Neulich, es muss Nacht gewesen sein, da in den letzten Wochen ausschließlich Nacht ist, und ich sitze so da und denke daran, wie es wohl wäre, an meiner Diplomarbeit zu schreiben und beobachte meine Hand, wie sie, als Mauszeiger verkleidet, mit Sensationsgeschwindigkeit durch das Internet saust und meine Augen überfliegen ständig irgendwelche Texte, die aber nie wirklich dort ankommen, wo sie sollten und sie schauen auf Bilder, die irgendwo im Sehnerv verschwinden, als ich irgendwann merke, dass ich in einem dieser Internetforen gelandet bin, in dem sich viele traurige Menschen gegenseitig Gedichte darüber schreiben, wie traurig sie gerade sind und warum das so ist und wie des Lebens harte Hand nach ihnen greifen und sie zerdrücken will.
Da ist mir aufgefallen, dass ich mir gar nichts aus Lyrik mache. Das ich nichts damit anfangen kann, all diesen wuseligen Zeilen, deren Zusammenhang nur der kennen kann, der sie einst geschrieben. Dass das einmal anders war, beweisen weißknittrige Blätter, auf denen sich in der Krakelschrift eines Fünfzehnjährigen verfasste Verse verlieren. Oder bewiesen, denn ich habe keine Ahnung, ob es die noch gibt. Das war also wohl mal anders. Was war geschehen. Und während ich so darüber nachgrübelte, warum in den Regalen neben Bild- nicht auch Gedichtbände stehen, da Begann der schuldzuweisende Finger in meinem Kopf auf einmal deutlich in eine Richtung zu zeigen. Das kann er ganz gut, das mit dem Zeigen. Immer schön weit weg.
Und der Finger zeigte auf die Schule und auf die anachronistischen Lehrer und ihre Leidenschaft für jene Poeten, ob deutsch oder englisch, deren Freundeskreis ausschließlich aus Rotwein, einer Neurose und Vollmond bestand. Namen weiß ich nicht mehr, Namen sind Schall und Rauch. So saßen wir also da, in der Klasse, und quälten uns durch Texte, bei denen man jedes zweite Wort in staubigen Gewölben hätte nachschlagen müssen.
Dabei waren unsere Herzen wie trockenes Stroh. Es hätte eines Wortes, oder eines guten Satzes bedurft und wir wären entflammt gewesen, wären auf Tische gesprungen und hätten laut „O Captain! My Captain!“ gerufen, hätten zitiert, protestiert, diskutiert und uns am Werken der großen Meister und an unseren eigenen Leben berauscht.
Statt dem rettenden Funken gab es stinkende Gülle. Ein Gedicht zu besprechen bedeutete, das Gedicht in viele große „X“ zu übersetzen. Jeweils ein „X“ pro Silbe. Auf jene „X“, deren jeweilige Silbenentsprechung dann im Gedicht betont wurde, war ein Strich zu machen. Gleichzeitig war es unabdingbar, die verschiedenen, sich reimenden Wörter mit Buchstaben zu kennzeichnen. Daraus ergab sich dann die „Form“ des Gedichts, die es zu beschreiben galt.
Gelernt hatte ich dabei nichts. Denn ich weiß bis heute noch nicht, was Jambus, Trochäus, Daktylus oder Anapäst sind. Das wurde dann zwar auch abgefragt, uns aber nie erklärt, weil die tumben Sitzenbleiber mit Halbwissen aus dem nun wiederholten Vorjahr glänzten und der Lehrer einen Haken ins Curriculum hinter „Jambus“ setzte.
Der Captain kam später. Er durchmaß die Klasse raschen Schrittes und stellte sich dort auf, wo normalerweise Lehrer stehen: vor der Tafel. Dabei sah er nicht aus wie ein Lehrer und der CD-Player in seiner Hand ließ diesen Schluss in noch weitere ferne Rücken, als es das breite Grinsen auf seinem Gesicht ohnehin schon tat. Als er dann noch in der Lage schien, den seit der Anschaffung durch die Schule noch originalverschweißten CD-Player zu bedienen, wurde es still. Dann wurde es wieder laut:
Neulich, es muss Nacht gewesen sein, da in den letzten Wochen ausschließlich Nacht ist, und ich sitze so da und denke daran, wie es wohl wäre, an meiner Diplomarbeit zu schreiben und beobachte meine Hand, wie sie, als Mauszeiger verkleidet, mit Sensationsgeschwindigkeit durch das Internet saust und meine Augen überfliegen ständig irgendwelche Texte, die aber nie wirklich dort ankommen, wo sie sollten und sie schauen auf Bilder, die irgendwo im Sehnerv verschwinden, als ich irgendwann merke, dass ich in einem dieser Internetforen gelandet bin, in dem sich viele traurige Menschen gegenseitig Gedichte darüber schreiben, wie traurig sie gerade sind und warum das so ist und wie des Lebens harte Hand nach ihnen greifen und sie zerdrücken will.
Da ist mir aufgefallen, dass ich mir gar nichts aus Lyrik mache. Das ich nichts damit anfangen kann, all diesen wuseligen Zeilen, deren Zusammenhang nur der kennen kann, der sie einst geschrieben. Dass das einmal anders war, beweisen weißknittrige Blätter, auf denen sich in der Krakelschrift eines Fünfzehnjährigen verfasste Verse verlieren. Oder bewiesen, denn ich habe keine Ahnung, ob es die noch gibt. Das war also wohl mal anders. Was war geschehen. Und während ich so darüber nachgrübelte, warum in den Regalen neben Bild- nicht auch Gedichtbände stehen, da Begann der schuldzuweisende Finger in meinem Kopf auf einmal deutlich in eine Richtung zu zeigen. Das kann er ganz gut, das mit dem Zeigen. Immer schön weit weg.
Und der Finger zeigte auf die Schule und auf die anachronistischen Lehrer und ihre Leidenschaft für jene Poeten, ob deutsch oder englisch, deren Freundeskreis ausschließlich aus Rotwein, einer Neurose und Vollmond bestand. Namen weiß ich nicht mehr, Namen sind Schall und Rauch. So saßen wir also da, in der Klasse, und quälten uns durch Texte, bei denen man jedes zweite Wort in staubigen Gewölben hätte nachschlagen müssen.
Dabei waren unsere Herzen wie trockenes Stroh. Es hätte eines Wortes, oder eines guten Satzes bedurft und wir wären entflammt gewesen, wären auf Tische gesprungen und hätten laut „O Captain! My Captain!“ gerufen, hätten zitiert, protestiert, diskutiert und uns am Werken der großen Meister und an unseren eigenen Leben berauscht.
Statt dem rettenden Funken gab es stinkende Gülle. Ein Gedicht zu besprechen bedeutete, das Gedicht in viele große „X“ zu übersetzen. Jeweils ein „X“ pro Silbe. Auf jene „X“, deren jeweilige Silbenentsprechung dann im Gedicht betont wurde, war ein Strich zu machen. Gleichzeitig war es unabdingbar, die verschiedenen, sich reimenden Wörter mit Buchstaben zu kennzeichnen. Daraus ergab sich dann die „Form“ des Gedichts, die es zu beschreiben galt.
Gelernt hatte ich dabei nichts. Denn ich weiß bis heute noch nicht, was Jambus, Trochäus, Daktylus oder Anapäst sind. Das wurde dann zwar auch abgefragt, uns aber nie erklärt, weil die tumben Sitzenbleiber mit Halbwissen aus dem nun wiederholten Vorjahr glänzten und der Lehrer einen Haken ins Curriculum hinter „Jambus“ setzte.
Der Captain kam später. Er durchmaß die Klasse raschen Schrittes und stellte sich dort auf, wo normalerweise Lehrer stehen: vor der Tafel. Dabei sah er nicht aus wie ein Lehrer und der CD-Player in seiner Hand ließ diesen Schluss in noch weitere ferne Rücken, als es das breite Grinsen auf seinem Gesicht ohnehin schon tat. Als er dann noch in der Lage schien, den seit der Anschaffung durch die Schule noch originalverschweißten CD-Player zu bedienen, wurde es still. Dann wurde es wieder laut:
von
Nils
um
05:52
2
Kommentare
Freitag, März 02, 2007
Degausser
Als ich neulich mit Tebis plauderte und das Gespräch in so eine Richtung ging, die Gespräche manchmal nehmen, da kamen wir zu der Erkenntnis, dass wir viel zu nett sind. Erst so ganz allgemein und dann natürlich noch im Speziellen in Liebesdingen, weil nett ja niemand mag. Natürlich haben wir uns dann noch ausgemalt, was wir tun müssten, böser zu werden und wie die Welt vor uns zittern würde, aber darum geht es jetzt auch gar nicht, denn als ich dann irgendwann im Bett lag, musste ich an früher denken.
Ich dachte an die Mädchen aus der Schule mit den älteren Freunden, also die Mädchen, die nicht mit uns redeten, also an die mit den Freunden, die schon ein Auto hatten, irgendeinen Beruf und mit dreiundzwanzig unglaublich alt schienen. Denen mit den Oberarmen, die so waren, wie unsere Oberschenkel. Denen mit den Bärten und Kleidung, die das Taschengeld von Monaten bedeutete. Denen, die an ihren Autos lehnten um ihre Freundinnen abzuholen, nach der sechsten Stunde. Denen, die manchmal ein wenig jähzornig waren. Denen, die es ja eigentlich nicht bös meinten, wenn es mal passierte.
Und dann dachte ich an die blauen Augen und an die trotzigen Blicke und ich dachte an die verbundenen Arme, die dicken Pullover und an die Narben, die man immer im Sommer besonders gut sehen konnte, wenn der Rest der Haut so braun wurde. Und mir fielen die ganzen Scheißgeschichten ein, die ich gehört habe, die aus erster Hand und die aus zweiter Hand und ich erinnerte mich an das Gefühl und wie mein Herz anfing zu rasen und dass ich mir manchmal eine Pistole wünschte, wenn ich so etwas hörte und wie ich manchmal dachte, dass es besser sei, nicht so viel zu wissen.
Dann musste ich daran denken, wie sie mir sagte, dass ich eigentlich viel zu nett für sie sei und das es so nicht funktionieren könnte und wie ich mich wunderte und weinte und dachte, dass Schule ja längst vorbei war.
Ich dachte an die Mädchen aus der Schule mit den älteren Freunden, also die Mädchen, die nicht mit uns redeten, also an die mit den Freunden, die schon ein Auto hatten, irgendeinen Beruf und mit dreiundzwanzig unglaublich alt schienen. Denen mit den Oberarmen, die so waren, wie unsere Oberschenkel. Denen mit den Bärten und Kleidung, die das Taschengeld von Monaten bedeutete. Denen, die an ihren Autos lehnten um ihre Freundinnen abzuholen, nach der sechsten Stunde. Denen, die manchmal ein wenig jähzornig waren. Denen, die es ja eigentlich nicht bös meinten, wenn es mal passierte.
Und dann dachte ich an die blauen Augen und an die trotzigen Blicke und ich dachte an die verbundenen Arme, die dicken Pullover und an die Narben, die man immer im Sommer besonders gut sehen konnte, wenn der Rest der Haut so braun wurde. Und mir fielen die ganzen Scheißgeschichten ein, die ich gehört habe, die aus erster Hand und die aus zweiter Hand und ich erinnerte mich an das Gefühl und wie mein Herz anfing zu rasen und dass ich mir manchmal eine Pistole wünschte, wenn ich so etwas hörte und wie ich manchmal dachte, dass es besser sei, nicht so viel zu wissen.
Dann musste ich daran denken, wie sie mir sagte, dass ich eigentlich viel zu nett für sie sei und das es so nicht funktionieren könnte und wie ich mich wunderte und weinte und dachte, dass Schule ja längst vorbei war.
Giardini Di Mirò - Broken By
von
Nils
um
18:18
4
Kommentare
Zufallskinder
Thomas war ein Bekannter. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Man sollte Unterschiede machen können, zwischen Bekannten und Freunden. Das ist meine Meinung. Nun, ich hatte Thomas schon eine Weile nicht mehr gesehen und das auch gar nicht schlimm gefunden, eben, weil er ja nur ein Bekannter war und Jahre schneller verstreichen, als man sich das vorstellen mag.
Als an dem Morgen, der eigentlich ein Mittag war, Daniel anrief und meinte, Thomas sei wieder da, aus München, und wir sollten ihn doch besuchen fahren, dachte ich für einen kurzen Moment darüber nach, wie es wohl in München sei. Ich kannte Thomas über Daniel. Die beiden waren Freunde, sozusagen. An jenem Tag ging es wohl eher um meine Fahrerdienste, als um meine Anwesenheit. Daniel hatte kein Auto. Ich sagte zu.
In der Stadt, in der früher einmal viel Metall verarbeitet wurde und die mittlerweile nur noch ziemlich hässlich war, stiegen wir aus dem Auto in den Regen und von dort unter das Vordach des grauen Hauses, in dem Thomas' Eltern wohnten.
Thomas öffnete und in der Küche saß die Familie um den Tisch und erzählte. Ich schüttelte Hände von Menschen, die ich nicht kannte, die mich aber trotzdem zum Abendessen einluden. Ich lehnte ab, weil es bis dahin noch lang dauern würde und ich nicht vorhatte, wirklich lang zu bleiben. Daniel tat es mir gleich.
Unter den vielen geschüttelten Händen waren auch jene des Mädchens, dass uns als Freundin von Thomas vorgestellt wurde. Die beiden kannten sich seit vier Monaten, darum hatte ich sie noch nie gesehen. Als wir uns in das alte Kinderzimmer von Thomas zurückzogen, hockte sie sich auf das Bett und verschwand mit angezogenen Beinen unter der Decke. Ich setzte mich in einen Sessel, weil ich gern in Sesseln sitze und Daniel und Thomas nahmen Platz auf der alten Couch.
Das Zimmer war ein seltsamer Ort und ich fragte mich, ob es wohl schon damals so ausgesehen hatte, als Thomas noch hier gewohnt hatte. All die schweren Möbel aus dunklem Holz in dem finsteren Zimmer in einer Stadt, deren Sonnentage schnell gezählt waren. Aber das lag möglicherweise auch nur daran, dass ich andere Räume immer seltsam finde, weil ich nichts mit ihnen verbinde, oder an der Tatsache, dass es wirklich sehr dunkel war, da die Jalousien geschlossen waren.
Ich wusste auch nicht, warum ich mit Thomas nie so wirklich warm geworden war. Ich meine, eigentlich hätte das schon gehen müssen, irgendwie. Hatte sich halt nicht ergeben. Vielleicht waren wir zu verschieden, vielleicht war es Zufall. In jedem Fall aber war es in Ordnung, wie es war.
Thomas hatte sich verändert, seit ich ihn das letzte Mal sah. Das mochte damit zusammenhängen, dass er irgendwann beschlossen hat, seinem Leben damit einen neuen Sinn zu geben, indem er den Buddhismus als seine neue Religion annahm. Als Daniel mir vom Schwedenurlaub mit Thomas erzählte, im letzten Sommer, als er von Morgenmeditationen sprach und all den neuen Ansichten, da habe ich gewusst, dass Thomas ein Bekannter bleiben würde.
Da saßen wir also. Vier Leute, die mir in diesem Moment so seltsam zusammengewürfelt vorkamen, dass ich es beinahe toll fand. Thomas und Daniel begeisterten sich gegenseitig mit den Geschichten aus dem Schwedenurlaub im Vorjahr, die ich alle schon kannte, weil sich nie jemand merken konnte, wem er was genau erzählt hatte.
Die Freundin von Thomas saß noch immer Bett mit der Decke über den angezogenen Beinen und sagte kein Wort. Natürlich wird man jetzt denken, dass sie sehr schüchtern war und das mochte auch so sein, denn das wäre ich sicher auch gewesen, an ihrer Stelle. Vielleicht war es aber auch deshalb, weil sie ihr Deutsch nicht mochte, auch wenn es dafür gar keinen Grund gab, weil sie schon sehr gut sprach, für die kurze Zeit, die sie hier war.
Ich saß schweigend in dem Sessel aus braunem, abgewetztem Leder und besah mir die Gegenstände, die in der massiven, dunklen Vitrine standen und wunderte mich darüber, was aus Kinderzimmern wird, die verlassen wurden, als Thomas aufsprang und meinte, er wolle uns etwas zeigen.
Er löschte das Licht und ulkte dann kurz mit seltsamen Geräuschen herum, während es um uns schwarze Nacht war. Dann leuchtete etwas im Dunkel und es dauerte ein wenig, bis ich schließlich begriff, dass es eine von diesen Kugeln waren, die violett leuchten und aus deren Zentrum blaue Blitze an den Rand der Kugel zucken, die dem Finger folgen, wenn man die Kugel berührt. So eine Kugel, wie sie im Fernsehen gezeigt wird, wenn man etwas unglaublich mysteriöses darstellen möchte.
Thomas hatte sich eben so eine Kugel gekauft. In der Tat fiel mir ein, dass ich bei meiner Rauminspektion auch eine Schachtel habe herumliegen sehen, in die diese Kugel wohl ziemlich gut gepasst haben musste. Weil Thomas sich freute wie ein kleines Kind, freuten wir uns auch, berührten die Kugel und ließen die blauen Blitze nach unseren Finger jagen.
Als er das Licht wieder einschaltete, meinte Thomas, dass es da ja noch etwas gebe. Dann kramte er sein Portemonnaie aus der Gesäßtasche hervor und zog ein quadratisches Stück Papier heraus. Er faltete es sorgsam auseinander, strich es glatt und reichte es Daniel. Daniel sah auf das Papier, dann wieder zu Thomas, dann wieder auf das Papier.
Ich konnte von Weitem nur erkennen, dass auf dem Blatt viel gedrucktes Schwarz war, in der Mitte grau, am Rand ein paar Zahlen und Buchstaben. War er geblitzt worden? Es dauerte eine halbe Sekunde, bis es dämmerte und ich das von Ferne Gesehene mit der besonderen Sorgfalt zusammenbrachte, in der Thomas das Blatt auseinandergefaltet hatte. Ich blickte in seine Augen.
Wir bekommen ein Baby, sagte Thomas. Ich muss für einen Moment ziemlich dämlich ausgesehen haben, bevor ich meine Sprache wieder fand und mich erkundigte, ob er vorhabe, mich zu verarschen. Das ist sicher nicht das, was man in so einem Moment sagen sollte, aber es war ganz einfach reichlich unerwartet, dass sich meine bisher baby- und hochzeitslose Welt von mir verabschiedete.
Ich sah Thomas an. Dann blickte ich kurz zu seiner Freundin, deren Namen ich mir nicht gleich habe merken können. Daniel versuchte, die Situation zu retten, indem er sagte, dass er das schon sehr cool fände. Dann war es erst einmal für eine Weile still.
Irgendwann fing Daniel wieder an, und Worte wie "tolle Überraschung" und "großartig" drangen an mein Ohr, aber ich hörte gar nicht richtig hin. Es war seltsam. Ich wachte erst wieder auf, als Daniel sich irgendwann erkundigte, ob sie denn überhaupt vorhatten, das Kind zu bekommen.
Als Thomas sagte, dass das ja wohl klar sei und das Mädchen mit den angezogenen Beinen meinte, dass das ja wohl noch nicht so klar sei, wurde die Stille greifbar. Sekunden wurden zu Minuten.
Vater. Ich versuchte, mir das vorzustellen, aber es konnte mir nicht recht gelingen. Wie denn auch. Ich war ja noch immer ein Junge. Einer von denen, die in den Tag hineinleben, ohne Termine, ohne Ziele. Einer von denen, die noch Comics schauen und über großen Unsinn lachen können. Einer von denen, die die Stunden mit offenen Augen verträumen. Einer von denen, der sich wünscht, er würde woanders große Taten vollbringen. Einer von denen, der jetzt die Klamotten trägt, die er als sechzehnjähriger immer tragen wollte. Einer von denen, der noch immer Cola bestellt, anstatt Bier. Vater? Nein. Das nicht.
Thomas setzte sich zu seiner Freundin auf das Bett und meinte, dass es da ja noch einiges zu bereden gäbe und wir stammelten uns durch die nächste Viertelstunde, in denen Thomas einen Teil seiner groben Pläne erklärte: Raus aus München, wieder zurück, in die Gegend, wegen seinen Eltern, die sich ja kümmern könnten, um das Kind, weil ihre Eltern das ja nicht können, da im Süden, an der Elfenbeinküste. Dann meinte er noch, dass es wohl Zufall war, die Sache mit dem Kind. Ein Zufallskind.
Das Gespräch brach irgendwann in sich zusammen, weil niemand sich traute, ein anderes Thema anzuschneiden und schließlich war es Daniel, der unter einem Vorwand unseren Aufbruch beschloss. Ich wünschte dem Mädchen, dass mit angezogenen Beinen unter der Bettdecke in dem Raum mit den dunklen Möbeln sitzen blieb, viel Glück für die nächste Zeit und das Gleiche auch noch einmal für Thomas unter dem Vordach des grauen Hauses seiner Eltern, auf das der Regen trommelte.
Als an dem Morgen, der eigentlich ein Mittag war, Daniel anrief und meinte, Thomas sei wieder da, aus München, und wir sollten ihn doch besuchen fahren, dachte ich für einen kurzen Moment darüber nach, wie es wohl in München sei. Ich kannte Thomas über Daniel. Die beiden waren Freunde, sozusagen. An jenem Tag ging es wohl eher um meine Fahrerdienste, als um meine Anwesenheit. Daniel hatte kein Auto. Ich sagte zu.
In der Stadt, in der früher einmal viel Metall verarbeitet wurde und die mittlerweile nur noch ziemlich hässlich war, stiegen wir aus dem Auto in den Regen und von dort unter das Vordach des grauen Hauses, in dem Thomas' Eltern wohnten.
Thomas öffnete und in der Küche saß die Familie um den Tisch und erzählte. Ich schüttelte Hände von Menschen, die ich nicht kannte, die mich aber trotzdem zum Abendessen einluden. Ich lehnte ab, weil es bis dahin noch lang dauern würde und ich nicht vorhatte, wirklich lang zu bleiben. Daniel tat es mir gleich.
Unter den vielen geschüttelten Händen waren auch jene des Mädchens, dass uns als Freundin von Thomas vorgestellt wurde. Die beiden kannten sich seit vier Monaten, darum hatte ich sie noch nie gesehen. Als wir uns in das alte Kinderzimmer von Thomas zurückzogen, hockte sie sich auf das Bett und verschwand mit angezogenen Beinen unter der Decke. Ich setzte mich in einen Sessel, weil ich gern in Sesseln sitze und Daniel und Thomas nahmen Platz auf der alten Couch.
Das Zimmer war ein seltsamer Ort und ich fragte mich, ob es wohl schon damals so ausgesehen hatte, als Thomas noch hier gewohnt hatte. All die schweren Möbel aus dunklem Holz in dem finsteren Zimmer in einer Stadt, deren Sonnentage schnell gezählt waren. Aber das lag möglicherweise auch nur daran, dass ich andere Räume immer seltsam finde, weil ich nichts mit ihnen verbinde, oder an der Tatsache, dass es wirklich sehr dunkel war, da die Jalousien geschlossen waren.
Ich wusste auch nicht, warum ich mit Thomas nie so wirklich warm geworden war. Ich meine, eigentlich hätte das schon gehen müssen, irgendwie. Hatte sich halt nicht ergeben. Vielleicht waren wir zu verschieden, vielleicht war es Zufall. In jedem Fall aber war es in Ordnung, wie es war.
Thomas hatte sich verändert, seit ich ihn das letzte Mal sah. Das mochte damit zusammenhängen, dass er irgendwann beschlossen hat, seinem Leben damit einen neuen Sinn zu geben, indem er den Buddhismus als seine neue Religion annahm. Als Daniel mir vom Schwedenurlaub mit Thomas erzählte, im letzten Sommer, als er von Morgenmeditationen sprach und all den neuen Ansichten, da habe ich gewusst, dass Thomas ein Bekannter bleiben würde.
Da saßen wir also. Vier Leute, die mir in diesem Moment so seltsam zusammengewürfelt vorkamen, dass ich es beinahe toll fand. Thomas und Daniel begeisterten sich gegenseitig mit den Geschichten aus dem Schwedenurlaub im Vorjahr, die ich alle schon kannte, weil sich nie jemand merken konnte, wem er was genau erzählt hatte.
Die Freundin von Thomas saß noch immer Bett mit der Decke über den angezogenen Beinen und sagte kein Wort. Natürlich wird man jetzt denken, dass sie sehr schüchtern war und das mochte auch so sein, denn das wäre ich sicher auch gewesen, an ihrer Stelle. Vielleicht war es aber auch deshalb, weil sie ihr Deutsch nicht mochte, auch wenn es dafür gar keinen Grund gab, weil sie schon sehr gut sprach, für die kurze Zeit, die sie hier war.
Ich saß schweigend in dem Sessel aus braunem, abgewetztem Leder und besah mir die Gegenstände, die in der massiven, dunklen Vitrine standen und wunderte mich darüber, was aus Kinderzimmern wird, die verlassen wurden, als Thomas aufsprang und meinte, er wolle uns etwas zeigen.
Er löschte das Licht und ulkte dann kurz mit seltsamen Geräuschen herum, während es um uns schwarze Nacht war. Dann leuchtete etwas im Dunkel und es dauerte ein wenig, bis ich schließlich begriff, dass es eine von diesen Kugeln waren, die violett leuchten und aus deren Zentrum blaue Blitze an den Rand der Kugel zucken, die dem Finger folgen, wenn man die Kugel berührt. So eine Kugel, wie sie im Fernsehen gezeigt wird, wenn man etwas unglaublich mysteriöses darstellen möchte.
Thomas hatte sich eben so eine Kugel gekauft. In der Tat fiel mir ein, dass ich bei meiner Rauminspektion auch eine Schachtel habe herumliegen sehen, in die diese Kugel wohl ziemlich gut gepasst haben musste. Weil Thomas sich freute wie ein kleines Kind, freuten wir uns auch, berührten die Kugel und ließen die blauen Blitze nach unseren Finger jagen.
Als er das Licht wieder einschaltete, meinte Thomas, dass es da ja noch etwas gebe. Dann kramte er sein Portemonnaie aus der Gesäßtasche hervor und zog ein quadratisches Stück Papier heraus. Er faltete es sorgsam auseinander, strich es glatt und reichte es Daniel. Daniel sah auf das Papier, dann wieder zu Thomas, dann wieder auf das Papier.
Ich konnte von Weitem nur erkennen, dass auf dem Blatt viel gedrucktes Schwarz war, in der Mitte grau, am Rand ein paar Zahlen und Buchstaben. War er geblitzt worden? Es dauerte eine halbe Sekunde, bis es dämmerte und ich das von Ferne Gesehene mit der besonderen Sorgfalt zusammenbrachte, in der Thomas das Blatt auseinandergefaltet hatte. Ich blickte in seine Augen.
Wir bekommen ein Baby, sagte Thomas. Ich muss für einen Moment ziemlich dämlich ausgesehen haben, bevor ich meine Sprache wieder fand und mich erkundigte, ob er vorhabe, mich zu verarschen. Das ist sicher nicht das, was man in so einem Moment sagen sollte, aber es war ganz einfach reichlich unerwartet, dass sich meine bisher baby- und hochzeitslose Welt von mir verabschiedete.
Ich sah Thomas an. Dann blickte ich kurz zu seiner Freundin, deren Namen ich mir nicht gleich habe merken können. Daniel versuchte, die Situation zu retten, indem er sagte, dass er das schon sehr cool fände. Dann war es erst einmal für eine Weile still.
Irgendwann fing Daniel wieder an, und Worte wie "tolle Überraschung" und "großartig" drangen an mein Ohr, aber ich hörte gar nicht richtig hin. Es war seltsam. Ich wachte erst wieder auf, als Daniel sich irgendwann erkundigte, ob sie denn überhaupt vorhatten, das Kind zu bekommen.
Als Thomas sagte, dass das ja wohl klar sei und das Mädchen mit den angezogenen Beinen meinte, dass das ja wohl noch nicht so klar sei, wurde die Stille greifbar. Sekunden wurden zu Minuten.
Vater. Ich versuchte, mir das vorzustellen, aber es konnte mir nicht recht gelingen. Wie denn auch. Ich war ja noch immer ein Junge. Einer von denen, die in den Tag hineinleben, ohne Termine, ohne Ziele. Einer von denen, die noch Comics schauen und über großen Unsinn lachen können. Einer von denen, die die Stunden mit offenen Augen verträumen. Einer von denen, der sich wünscht, er würde woanders große Taten vollbringen. Einer von denen, der jetzt die Klamotten trägt, die er als sechzehnjähriger immer tragen wollte. Einer von denen, der noch immer Cola bestellt, anstatt Bier. Vater? Nein. Das nicht.
Thomas setzte sich zu seiner Freundin auf das Bett und meinte, dass es da ja noch einiges zu bereden gäbe und wir stammelten uns durch die nächste Viertelstunde, in denen Thomas einen Teil seiner groben Pläne erklärte: Raus aus München, wieder zurück, in die Gegend, wegen seinen Eltern, die sich ja kümmern könnten, um das Kind, weil ihre Eltern das ja nicht können, da im Süden, an der Elfenbeinküste. Dann meinte er noch, dass es wohl Zufall war, die Sache mit dem Kind. Ein Zufallskind.
Das Gespräch brach irgendwann in sich zusammen, weil niemand sich traute, ein anderes Thema anzuschneiden und schließlich war es Daniel, der unter einem Vorwand unseren Aufbruch beschloss. Ich wünschte dem Mädchen, dass mit angezogenen Beinen unter der Bettdecke in dem Raum mit den dunklen Möbeln sitzen blieb, viel Glück für die nächste Zeit und das Gleiche auch noch einmal für Thomas unter dem Vordach des grauen Hauses seiner Eltern, auf das der Regen trommelte.
von
Nils
um
02:13
4
Kommentare
Abonnieren
Posts (Atom)


